Mont Ventoux

Tag 9, Montag, 22.06.2026: Heute morgen fahren wir erneut die Route touristique de Combs Laval hoch. Ganz einfach, weil unsere Route dort durchführt. Und somit kommen wir auch erneut am Col de la Machine (1’011m) vorbei, weiter zum Col de Carri (1’215m) und über den Col du Pronce (1’100m). Die Cols sind deutlich niedriger geworden, wir merken, dass wir am westlichen Ende der Alpen angekommen sind. Die Gegend ist wesentlich weiter geworden. Wir machen in «Die» einen Tankstopp und füllen unseren Proviant nach. Im InterMaché in der Wasserabteilung steht ein angebrochener Sixpack 1.5l Flaschen und dies animiert uns dazu gleich die verbleibenden 4 Flaschen zu kaufen. Dazu noch 2l aus dem Kühlregal, damit wir gleich eine kühle Erfrischung haben und die zweite in die Thermosflasche für später.

Wir fahren weiter, durch den Gorges de l’Escharis und über den Col de Tavard (557m). Im Abstieg entdecken wir eine lauschige Aire und machen Znünipause, also eigentlich nur einen Kafihalt. Über den Col de Lescou (819m) und den Col de la Sausse (791m), auf dem eine Tafel steht, dass keine Schneeketten mitzuführen und auch keine Winterreifen erforderlich sind – wir sind anhand der aktuell herrschenden Temperaturen etwas verwirrt. Anschliessend durchqueren wir einen weiteren Gorges, den Gorges de Trente Pas. Das Thermometer zeigt zwischendurch 39° an und wir trinken, was geht und es geht einiges! Und da nicht alles durch Schwitzen verloren geht, ist abermals eine Pause notwendig. Wie machen halt, bei einem schattigen Rastplatz in der Nähe von Saint-Léger-du-Ventoux und stärken uns mit Baguette und der schon zur Gewohnheit gewordenen Saucisson. Als Dessert teilen wir uns einen Apfel.

Als wir gerade dabei sind unser Höbel zu satteln fragt uns eine Velofahrerin ob wir Wasser hätten und wir sagen Ja: Sie meinte dann, sie bräuchte es aber um sich abzukühlen und wir ja, wir haben Wasser, aber irgendwie haben wir uns nicht verstanden und sie fährt weiter.

Wir sind aber dennoch etwas irritiert, dass man freiwillig bei diesen Temperaturen noch mit dem Rennvelo unterwegs ist, aber jeder, wie er will.

Unsere Route führt uns ein wenig in der Gegend umher, dies, damit wir von Osten (Sault) herkommend den Mont Ventoux (1’909m) hochfahren können. Die Aussicht dort oben ist gewaltig. Ab etwa 100m unterhalb des Gipfels gibt es keine Vegetation mehr und es sieht wie in einer Mondlandschaft aus. Der Ausblick von dort oben ist unbeschreiblich und ganz weit im Osten sieht man, dass es regnet und auch Donnergrollen ist zu vernehmen! Wie sind wir froh, dass sich unsere Route gen Westen wendet. Unten im Tal angekommen suchen wir eine Unterkunft und die ist wirklich schön, inklusive Pool und da wir früh dran sind, kühlen wir uns darin ab. Da sich in der Unterkunft kein Restaurant befindet, verlassen wir uns auf die Empfehlung der Besitzer, welche uns vollkommen zufriedenstellt.

Im Gegensatz zu den Restaurants, welche wir letztes Mal beim Durchqueren von Frankreich (Reise nach Schottland) kennengelernt haben, sind wir diesmal mehr als positiv erfreut.

Tagesetappe: 280km
Total: 2’570km

Strassen die am Felsen kleben

Tag 8, Sonntag, 21.06.2026: Mit Lavendelduft in der Nase verlassen wir das Hochplateau (ca 650m) um Valensole und wenden uns Richtung Norden. Als erstes überqueren wir den Col de l’Orme (732m), gefolgt von der Clues de Barle. Dies Klusen sind alle so in etwa gleich, sehr schmale Strassen, man muss förmlich um die Kurven spienzlen, kleben an den Felswänden und auf der anderen Seite hat es ein Mäuerchen, ca. 50cm hoch und dann geht’s runter, weit runter!

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Die beiden Wasserflaschen in unserem Vorrat kommen uns etwas knapp vor, so machen wir in einem kleinen Supermarkt (Proxy) halt und stocken unseren Vorrat mit 3 weiteren 1.5l Flaschen und 2 Äpfeln auf, das sollte sich dann als weise Entscheidung herausstellen. Am Col du Fanget (1’459m) haben wir dann noch ein Quäntchen Glück, wären wir gestern dort gewesen, wäre die Passstrasse wegen einer Sportveranstaltung geschlossen gewesen. Wir fahren auf fast leeren Strassen durch Schluchten und über Hügel. Es ist wahnsinnig schön aber auch mindestens so heiss. Am Col Bayard (1’246m) machen wir einen Kafihalt, die Aire ist ideal gelegen, gleich neben der Strasse im Wald, schön angenehm kühl, ähm schattig, kühl war es den ganzen Tag nicht!

Wir verpassen die Umfahrung von Grenoble und kämpfen uns durch die Stadt und jedes Lichtsignal scheint sich mit uns verschworen zu haben und schaltet just, wenn wir darauf zufahren auf Rot. Kurz nach Saint-Quentin-sur-Isère wird unser Weg versperrt, da ist einfach ein ganzer Berg heruntergebrochen!! Aber kurz davor hat es eine weitere Aire und wir machen Mittagsrast, etwas Brot, Wurst und viel Wasser. Wir folgen der Umleitung und erreichen dann unsere ursprüngliche Route wieder, diese führt uns durch die Tunnel de Ley Falaises de Presles und über die Route touristique de Combs Laval. Kurz zuvor fahren wir durch die Ortschaft Saint-Jean-en-Royans und zufälligerweise suchen wir oben auf der Route ein Hotel in ebendieser Ortschaft aus. Also geht’s weiter über die Route touristique und dann wieder um den Berg zurück. Wir klingeln am Hotel und erbitten ein Zimmer – Nous somme complet! Also suchen wir auf unserer Hotelsuchmaschine ein Hotel und finden eines, buchen ein Zimmerchen und stellen fest, es ist ebendieses Hotel, vor dem wir gerade stehen. Wir klingeln erneut und sagen, wir haben reserviert. Alles paletti, ausserdem hat das Hotel auch ein ausgezeichnetes Restaurant. Und zum Znacht gibt es Canard – Ente gut alles gut.

Tagesetappe: 394km
Total: 2’290km

Irgendwo in Grenoble hat meine Tiger die 40’000km vollgemacht, aber bei der Hitze ist mir das irgendwie untergegangen …

Route des Crêtes

Tag 7,Samstag, 20.06.2026: Heute heisst es wieder zurück auf die Strasse. Den Proviant haben wir bereits gestern organisiert und wir müssen nur noch tanken.

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Danach geht es wieder zurück in Richtung Frankreich. Wir nehmen die Autobahn und fahren an Monaco und Nizza vorbei und kommen zum ersten Cöllchen des Tages, dem Col de Vence (983m). Die massiven Pässe sind vorbei, aber die Gegend ist weiterhin sehr eindrücklich. Wir fahren auf schmalen Strassen eng an der Felswand durch die Clue de Gréolières. Anschliessend fahren wir der Route d’Aiglun entlang, über Hügel und Schluchten und an weiteren Felswänden. Und es vor allem eines: Heiss! Das Thermometer unserer Maschinen zeigt bis sagenhafte 37° an und wir machen regelmässig einen Trinkstopp. Bis und mit Nachtessen haben wir zusammen 7 Liter Wasser getrunken, plus je ein grosses Bier.

Anschliessend überqueren wir den Col de Luens (1’054m), um dann nach einem Tankstopp und auffrischen des Wasservorrates auf die Route des Crêtes abzubiegen. Am Anfang geht es über einige Serpentienen hoch, aber dann hat es plötzlich Aussichtspunkte, an denen Leute in die Ferne schauen, wir machen Halt und wollen dies genauer wissen. Am Aussichtspunkt «Belvédère de la Dent d’Aire» schauen wir hinunter ins Tal und es bleibt uns etwas der Speutz weg. Der Fluss Verdon fliesst sagenhafte 700m unter uns und es geht senkrecht nach unten! Weiter geht die Fahrt über die ca. 15km lange Kretenstrasse, die Aussicht und die Strecke ist atemberaubend! Wir fahren am Lac de Sainte-Croix vorbei und so langsam kommen wir aus den Hügeln heraus. Es wird flach, so wirklich flach und wir finden uns in der provencetypischen Lavendelfeldern wieder. Es riecht sehr intensiv, wenn man an so einem Feld vorbeifährt. Wenig später kommen wir in Gréoux-les-Bains an und schlagen unser Nachquartier auf.

Tagesetappe: 342km
Total: 1’896km

Dolce far niente

Tag 6, Freitag, 19.06.2026: Na so ganz «far niente» war es dann doch nicht. Zumindest zeigt der Schrittzähler am Abend 18’581 Schritte an!

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Es war aber ein sehr schöner Tag, 30° Sonne und ein kühlendes Bad im Meer. Das sich allerdings gar nicht so einfach bewerkstelligen liess, so sind die allermeisten Strände im Besitz von irgendwelchen Beachclub’s und somit zahlungspflichtig. So kann zum Bespiel ein Tag für 2 Personen, einen Sonnenschirm und 2 Liegen 32 Euro kosten, wohlgemerkt in der dritten Reihe!

Wir haben darauf verzichtet und uns eine «Spaggia libera», einen freien Stand gesucht und diesen gleich unterhalb unseres Hotels gefunden (Bagni Foce Levante Croce Rosso Sanremo). Damit sich das Bad auch lohnte habe wir eine Sightseeing Runde durch die Altstadt gemacht, immer schön auf der Strassenseite wo es, sofern vorhanden, Schatten hatte. Ist ein nettes Städtchen dieses Sanremo.

Damit wir die knapp 50m Höhendifferenz zum Hotel nicht zweimal bewältigen müssen, haben wir uns zu einem Apero entschieden um die Zeit bis zum Nachtessen zu überbrücken. So gut wie alle Restaurants machen erst um 19 Uhr wieder auf.

Gestärt mit einer leckeren Pizza machen wir uns zurück zum Hotel, haben wir doch wieder einiges zu tun, Blog schreiben und die Route von Morgen prüfen und in’s Navi zu überspielen.

Tagesetappe: 0km
Schritte: 18’581
Total: 1’554km

Fin Routes des Grandes Alpes

Tag 5, Donnerstag, 18.06.2026: Tagwach ist um 0700 Uhr, dann Duschen, anziehen und ab zum Frühstück. Ziel ist es, um spätestens neun Uhr auf der Piste zu sein. Das schaffen wir auch heute locker und sind um 0845 Uhr im Carrefour um den Proviant aufzustocken, ein Baguett, Äpfel und eine Saucisson (französische salamiähnliche Wurst) und natürlich Wasser, viel Wasser!

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Dann geht’s ab zum Gorges du Barchelard, der glücklicherweise wieder offen ist. Bereits nach dreiviertel Stunden kommen wir auf dem ersten Col des Tages an, dem Col de la Cayolle (2’326m) an. Wieder unten angekommen, erreichen wir Saint-Martin d’Entraunes und fahren ein Stück Strecke, das wir gestern in entgegengesetzter Richtung gekommen sind. Die paar Kilometer «bekannte» Strecke machen aber nichts aus, in der anderen Richtung gefahren sieht es eh komplett anders aus. Wir verlassen und nehmen den nächsten Col unter die Räder, den Col de Valberg (1’672m). Kurz nach dem Pass hat es eine Aire (Picknickstelle) und wir machen uns einen Kafi in der Bialetti und gönnen uns einen Apfel. Dann geht’s aber gleich schon weiter zum Col de la Couillole (1’678m) – kommt dir bekannt vor? Genau, auch den haben wir gestern von der gegenüberliegenden Seite erklommen. Aber das ist nicht weiter tragisch, nach den vielen Col’s haben wir ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Aber jeder einzelne war ein Genuss.

Gegen Mittag erreichen wir kurz abseits der Route das Fort de la Madeleine, eine Befestigungsanlage auf 986m, dort hat es einige Bänkli am Schatten, ein Klo (sehr sauber) und einen Trinkwasserspender. Wir nutzen die Gelegenheit und machen Mittagspause, mit dem am morgen erworbenen Proviant. Es geht ein angenehmes Lüftchen, was die Pause bei gut 30° erträglich macht. Wir trinken unsere Flaschen aus und füllen sie für später am Spender.

Über den Col Saint-Martin (1’503m) erreichen wir den Col de Turini (1’607m). Oben auf dem Pass kann man noch weiter den Berg hochfahren und erreicht eine Ringstrasse (Origine Circuit de L’Authion), auf der viele Befestigungsanlagen auf dem 2. Weltkrieg zu besichtigen sind und ein Panzerwrack eines Stuart Panzers der US-Army.

Dann geht es über unzählige Serpentinen herunter, es will kaum mehr aufhören! Aber es geht von guten 1600m herunter auf 0m – wir kommen in Merton, dem Ende der Routes des Grandes Alpes und zugleich am Mittelmeer an. Wir haben es geschafft!

Morgen gönnen wir uns einen Tag Erholung und fahren dazu nach Italien, genauer gesagt nach Sanremo.

Tagesetappe: 266km
Total: 1’554km

2802

Tag 4, Mittwoch, 17.06.2026: Heute Morgen geht es erstmals in die entgegengesetzte Richtung.

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Allerdings nur knappe 2km, da dort die nächste Tankstelle ist. Anschliessend geht es gleich los mit dem ersten Col. Wir starten auf ca. 1’650m und fahren auf den Col du Vars (2’109m). Danach geht es zum höchsten Punkt unserer Reise, dem Col de la Bonette (2’715m), von da geht aber noch eine Ringstrasse um den Cime de la Bonette, welche es dann auf sagenhafte 2’802m schafft! Dann noch über den Col de la Couillole (1’678m) um anschliessend von den Bergen zu den Schluchten zu wechseln. Als erstes durchfahren wir die Schlucht «Gorges Supérieures du Cians». Wahnsinnig eindrücklich und da die Strasse so gut wie keine Ausweichstellen hat, gab es leider auch fast keine Möglichkeiten, um einen Fotostopp einzulegen. Sehr eindrücklich waren auch die Felsen, die eine tief bordeauxrote Farbe haben. Nach dem Mittagshalt durchfahren wir den «Gorges de Daluis», nicht weniger faszinierend! Dann noch über den Col des Champs (2’061m) und den Col d’Allos (2’247m). Eigentlich wäre der Plan gewesen, noch durch die «Gorges du Bachelard» zu fahren, diese war aber nach einigen Kilometern wegen Felsschlag gesperrt, so schlagen wir unser Nachtlager in Barcelonnette auf und gönnen uns ein Schölleli Fleisch im «Comme a la Maison».

Tagesetappe: 313km
Total:1’288km

Höchster Alpenpass

Tag 3, Dienstag, 16.06.2026: Wir sind im Rhythmus angekommen, wir starten den Tag mit dem Einkauf unseres Zmittags, ein Rusticobaguette, eine geräuchte Wurst und zwei Äpfel.

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Gleich als erstes geht die Route auf den Col de l’Iseran (2’764m) er ist der höchste befahrbare Pass der Alpen und die Strasse hinauf ist superb. Allerdings haben wir wesentlich mehr Schnee erwartet, da er erst letzten Freitag geöffnet wurde. Aber wir haben die Vermutung, dass es nicht wegen dem Schnee war, sondern noch einige Reparaturen erforderlich waren.

Im Tal unten angekommen (ca 1’350m) machen wir einen Abstecher zum Fort Victor Emmanuel (Aussois) und besichtigen dieses. Errichtet wurde es 1818 zum Schutze des Königreiches Sardiniens.

Wir weichen etwas von der Route de Grandes Alpes ab und gönnen uns die Schnürsenkel von Monvernier (Lacets de Montvernier). Die Serpentinen gehen in noch nicht gesehenen engsten Kurven den Berg hinauf, an ein Kreuzen mit einem Auto ist nicht zu denken! Wir sind uns auch nicht sicher ob Autos überhaupt die Strasse befahren dürfen. Oben angekommen ist es Zeit für ein Mittagspäusli und wir finden am Wegesrand ein Tischchen mit super Aussicht.

Auf dem Weg zum Col de Galibier überqueren wir noch den Col du Telegraph (1’566m) und schliesslich den Col de Galibier (2’642m) und zugleich die Grenze zwischen den Departements Savoie und Hautes Alpes. Die Strassen sind eher schmal aber in einem guten Zustand. Der Verkehr ist erfreulich gering und es macht extrem Spass, hier zu fahren. Oben auf den Pässen sammeln sich die Motorräder und auch viele Velos. Diese fiebern ihren Idolen der Tour de France nach, welche regelmässig auf diesen Col’s zu Gast sind! Wir haben den grössten Respekt vor ihnen, sich diesen Pässen zu stellen!

Zum Abschluss überqueren wir noch den Col d’Izoard (2’360m) und kommen an unserem Zielort in Sainte Marie an. Die Hotels suchen wir uns üblicherweise beim Nachmittagskafi aus.

Tagesetappe: 278km
Total: 975km

Col et Gorges

Tag 2, Montag, 15.06.2026: Abermals starten wir bei top Wetter. Am morgen hat es angenehme 16 Grad, dass sollte sich aber im Laufe des Tages noch ändern.

Wir machen und auf nach Thonon-les-Bains, am südlichen Ufer des Lac Lemans. Dort befindet sich die Rosette, welche den Kilometer Null der Route des Grandes Alpes markiert und wenn wir schon dieser bis ans Mittelmeer folgen, so wollen wir dieser einen Besuch abstatten.

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Das problematische dabei ist, dass in der Nachbarsgemeinde Evian-les-Bains gerade der G7 Gipfel stattfindet und ein unglaubliches Aufgebot an Gendarmerie und Police National präsent ist. An jeder Ecke stehen Polizeiautos und finden Kontrollen statt. Da sich kurz vor Thonon-les-Bains eine Umfahrung befindet, finden wir uns natürlich in so einer Strassensperrung wieder und der freundliche Polizist sagt «No». Also machen wir kehrt und finden einen anderen Weg nach Thonon. Beim Hinein- und Herausfahren kommen uns bereits die ersten Motorradfahrer entgegen, hatten wohl dieselbe Absicht.

Heute durchqueren wir die erste Gorges (Schlucht) und haben dort unsere erste Begegnung mit einer Motorradstaffel der Polizei und ich kann euch sagen, so habe ich noch niemand motorradfahren sehen! 4 Motorräder im Abstand von maximal 3m zueinander und wie an einer Schnur aufgezogen heizten sie an uns vorbei die engen Kurven der Schlucht entlang. Nach ein paar Minuten haben wir auf ein paar Fahrzeuge aufgeschlossen, aber die Polizisten waren bereits daran vorbei. Wo da Platz zum Überholen war, konnten wir uns beim besten Willen nicht erklären. Wenig später kam uns dann eine Vierergruppe entgegen, ebenso perfekt hintereinander aufgereiht und sauber in ihrer Spur um die Kurve, eindrücklich.

Der erste Col den wir heute überqueren, ist der Col de la Ramaz (1’611m), welcher einen atemberaubenden Ausblick auf den Mont Blanc (Höchster Berg der Alpen mit 4’805m) bot. Anschliessend überquerten wir den Col des Aravis (1’498m), den Col des Saises (1’658m). Kurz danach kommen wir in ein kleines Dorf und ignorieren einfach mal das Umleitungsschild, eine deutsche Motorradgruppe macht es uns sauber nach. Nach wenigen Metern steht da dummerweise der Dorfgendarm und fuchtelt wild und meint «no!». Also üben wir ein Bisschen, bis wir die korrekte Déviation gefunden haben und wir uns wieder auf Kurs befinden. Bei der Auffahrt auf den Cormet de Roselend (1’968m) fahren wir noch an der Statue der «Dame du Lac» vorbei und kommen dann nach einem Kafihalt in Val-d’Isere (1’850m) an.

Tagesetappe: 288km
Total: 697km

Allons-y

Tag 1, Sonntag, 14.06.2026: Bei idealem Töffwetter starten wir gegen neun Uhr. Unser Weg führt uns über den Hemberg nach Wattwil und dann über den Ricken in Richtung Glarnerland.

Ganz hinten im Zigerschlitz überqueren wir den ersten Pass, den Klausen mit 1’952m.

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Anschliessend geht es bei teils 30 Grad in den Ebenen über den Furkpass (2’436m) und am berühmten Hotel Belvedere vorbei. Mit dem Grimsel (2’165m) überqueren wir den dritten Pass auf unserer ersten Etappe. Wieder im Tal angekommen ist es Zeit für eine Mittagspause. Im ersten Restaurant, welches wir an unserem Weg antreffen, machen wir Halt und haben Glück. Genau an diesem Tag hat die ehemalige spanische Besitzerin eine Paella zubereitet und wir entschliessen uns dafür, war sehr lecker.

Der Weg führt uns weiter in Richtung Gstaad. Danach merkt man sofort, dass wir den «Röschtigraben» überschritten haben, die Ortschaften sind ab jetzt fast ausschliesslich französisch benannt. Sonntag und gutes Wetter bedeutet, dass wir sicherlich ca. 1’000 Töfffahrer gegrüsst und zwischendurch grüsst man «versehentlich» auch mal eine Vespa. Durchs Berneroberland führt uns der Weg in Richtung Les Diablerets und kurz davor überqueren wir unseren ersten Col, nämliche den Col du Pillon (1’546m). Von da an geht es runter ins Tal und das Wallis erwartet uns ebenfalls mit Temperaturen von gut 30 Grad! So langsam neigt sich der erste Tag dem Ende zu. Wir fahren noch ein letztes Mal tolle Serpentinen hoch und überqueren auf dem Passe de Morgins (1’396m) die Grenze zu Frankreich. Kurz dahinter haben wir uns ein schönes Hotel ausgesucht mit einer anspruchsvoll zu bedienenden Dusche.

Tagesetappe: 409km