Dolce far niente

Tag 6, Freitag, 19.06.2026: Na so ganz «far niente» war es dann doch nicht. Zumindest zeigt der Schrittzähler am Abend 18’581 Schritte an!

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Es war aber ein sehr schöner Tag, 30° Sonne und ein kühlendes Bad im Meer. Das sich allerdings gar nicht so einfach bewerkstelligen liess, so sind die allermeisten Strände im Besitz von irgendwelchen Beachclub’s und somit zahlungspflichtig. So kann zum Bespiel ein Tag für 2 Personen, einen Sonnenschirm und 2 Liegen 32 Euro kosten, wohlgemerkt in der dritten Reihe!

Wir haben darauf verzichtet und uns eine «Spaggia libera», einen freien Stand gesucht und diesen gleich unterhalb unseres Hotels gefunden (Bagni Foce Levante Croce Rosso Sanremo). Damit sich das Bad auch lohnte habe wir eine Sightseeing Runde durch die Altstadt gemacht, immer schön auf der Strassenseite wo es, sofern vorhanden, Schatten hatte. Ist ein nettes Städtchen dieses Sanremo.

Damit wir die knapp 50m Höhendifferenz zum Hotel nicht zweimal bewältigen müssen, haben wir uns zu einem Apero entschieden um die Zeit bis zum Nachtessen zu überbrücken. So gut wie alle Restaurants machen erst um 19 Uhr wieder auf.

Gestärt mit einer leckeren Pizza machen wir uns zurück zum Hotel, haben wir doch wieder einiges zu tun, Blog schreiben und die Route von Morgen prüfen und in’s Navi zu überspielen.

Tagesetappe: 0km
Schritte: 18’581
Total: 1’554km

Fin Routes des Grandes Alpes

Tag 5, Donnerstag, 18.06.2026: Tagwach ist um 0700 Uhr, dann Duschen, anziehen und ab zum Frühstück. Ziel ist es, um spätestens neun Uhr auf der Piste zu sein. Das schaffen wir auch heute locker und sind um 0845 Uhr im Carrefour um den Proviant aufzustocken, ein Baguett, Äpfel und eine Saucisson (französische salamiähnliche Wurst) und natürlich Wasser, viel Wasser!

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Dann geht’s ab zum Gorges du Barchelard, der glücklicherweise wieder offen ist. Bereits nach dreiviertel Stunden kommen wir auf dem ersten Col des Tages an, dem Col de la Cayolle (2’326m) an. Wieder unten angekommen, erreichen wir Saint-Martin d’Entraunes und fahren ein Stück Strecke, das wir gestern in entgegengesetzter Richtung gekommen sind. Die paar Kilometer «bekannte» Strecke machen aber nichts aus, in der anderen Richtung gefahren sieht es eh komplett anders aus. Wir verlassen und nehmen den nächsten Col unter die Räder, den Col de Valberg (1’672m). Kurz nach dem Pass hat es eine Aire (Picknickstelle) und wir machen uns einen Kafi in der Bialetti und gönnen uns einen Apfel. Dann geht’s aber gleich schon weiter zum Col de la Couillole (1’678m) – kommt dir bekannt vor? Genau, auch den haben wir gestern von der gegenüberliegenden Seite erklommen. Aber das ist nicht weiter tragisch, nach den vielen Col’s haben wir ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Aber jeder einzelne war ein Genuss.

Gegen Mittag erreichen wir kurz abseits der Route das Fort de la Madeleine, eine Befestigungsanlage auf 986m, dort hat es einige Bänkli am Schatten, ein Klo (sehr sauber) und einen Trinkwasserspender. Wir nutzen die Gelegenheit und machen Mittagspause, mit dem am morgen erworbenen Proviant. Es geht ein angenehmes Lüftchen, was die Pause bei gut 30° erträglich macht. Wir trinken unsere Flaschen aus und füllen sie für später am Spender.

Über den Col Saint-Martin (1’503m) erreichen wir den Col de Turini (1’607m). Oben auf dem Pass kann man noch weiter den Berg hochfahren und erreicht eine Ringstrasse (Origine Circuit de L’Authion), auf der viele Befestigungsanlagen auf dem 2. Weltkrieg zu besichtigen sind und ein Panzerwrack eines Stuart Panzers der US-Army.

Dann geht es über unzählige Serpentinen herunter, es will kaum mehr aufhören! Aber es geht von guten 1600m herunter auf 0m – wir kommen in Merton, dem Ende der Routes des Grandes Alpes und zugleich am Mittelmeer an. Wir haben es geschafft!

Morgen gönnen wir uns einen Tag Erholung und fahren dazu nach Italien, genauer gesagt nach Sanremo.

Tagesetappe: 266km
Total: 1’554km

2802

Tag 4, Mittwoch, 17.06.2026: Heute Morgen geht es erstmals in die entgegengesetzte Richtung.

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Allerdings nur knappe 2km, da dort die nächste Tankstelle ist. Anschliessend geht es gleich los mit dem ersten Col. Wir starten auf ca. 1’650m und fahren auf den Col du Vars (2’109m). Danach geht es zum höchsten Punkt unserer Reise, dem Col de la Bonette (2’715m), von da geht aber noch eine Ringstrasse um den Cime de la Bonette, welche es dann auf sagenhafte 2’802m schafft! Dann noch über den Col de la Couillole (1’678m) um anschliessend von den Bergen zu den Schluchten zu wechseln. Als erstes durchfahren wir die Schlucht «Gorges Supérieures du Cians». Wahnsinnig eindrücklich und da die Strasse so gut wie keine Ausweichstellen hat, gab es leider auch fast keine Möglichkeiten, um einen Fotostopp einzulegen. Sehr eindrücklich waren auch die Felsen, die eine tief bordeauxrote Farbe haben. Nach dem Mittagshalt durchfahren wir den «Gorges de Daluis», nicht weniger faszinierend! Dann noch über den Col des Champs (2’061m) und den Col d’Allos (2’247m). Eigentlich wäre der Plan gewesen, noch durch die «Gorges du Bachelard» zu fahren, diese war aber nach einigen Kilometern wegen Felsschlag gesperrt, so schlagen wir unser Nachtlager in Barcelonnette auf und gönnen uns ein Schölleli Fleisch im «Comme a la Maison».

Tagesetappe: 313km
Total:1’288km

Höchster Alpenpass

Tag 3, Dienstag, 16.06.2026: Wir sind im Rhythmus angekommen, wir starten den Tag mit dem Einkauf unseres Zmittags, ein Rusticobaguette, eine geräuchte Wurst und zwei Äpfel.

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Gleich als erstes geht die Route auf den Col de l’Iseran (2’764m) er ist der höchste befahrbare Pass der Alpen und die Strasse hinauf ist superb. Allerdings haben wir wesentlich mehr Schnee erwartet, da er erst letzten Freitag geöffnet wurde. Aber wir haben die Vermutung, dass es nicht wegen dem Schnee war, sondern noch einige Reparaturen erforderlich waren.

Im Tal unten angekommen (ca 1’350m) machen wir einen Abstecher zum Fort Victor Emmanuel (Aussois) und besichtigen dieses. Errichtet wurde es 1818 zum Schutze des Königreiches Sardiniens.

Wir weichen etwas von der Route de Grandes Alpes ab und gönnen uns die Schnürsenkel von Monvernier (Lacets de Montvernier). Die Serpentinen gehen in noch nicht gesehenen engsten Kurven den Berg hinauf, an ein Kreuzen mit einem Auto ist nicht zu denken! Wir sind uns auch nicht sicher ob Autos überhaupt die Strasse befahren dürfen. Oben angekommen ist es Zeit für ein Mittagspäusli und wir finden am Wegesrand ein Tischchen mit super Aussicht.

Auf dem Weg zum Col de Galibier überqueren wir noch den Col du Telegraph (1’566m) und schliesslich den Col de Galibier (2’642m) und zugleich die Grenze zwischen den Departements Savoie und Hautes Alpes. Die Strassen sind eher schmal aber in einem guten Zustand. Der Verkehr ist erfreulich gering und es macht extrem Spass, hier zu fahren. Oben auf den Pässen sammeln sich die Motorräder und auch viele Velos. Diese fiebern ihren Idolen der Tour de France nach, welche regelmässig auf diesen Col’s zu Gast sind! Wir haben den grössten Respekt vor ihnen, sich diesen Pässen zu stellen!

Zum Abschluss überqueren wir noch den Col d’Izoard (2’360m) und kommen an unserem Zielort in Sainte Marie an. Die Hotels suchen wir uns üblicherweise beim Nachmittagskafi aus.

Tagesetappe: 278km
Total: 975km

Col et Gorges

Tag 2, Montag, 15.06.2026: Abermals starten wir bei top Wetter. Am morgen hat es angenehme 16 Grad, dass sollte sich aber im Laufe des Tages noch ändern.

Wir machen und auf nach Thonon-les-Bains, am südlichen Ufer des Lac Lemans. Dort befindet sich die Rosette, welche den Kilometer Null der Route des Grandes Alpes markiert und wenn wir schon dieser bis ans Mittelmeer folgen, so wollen wir dieser einen Besuch abstatten.

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Das problematische dabei ist, dass in der Nachbarsgemeinde Evian-les-Bains gerade der G7 Gipfel stattfindet und ein unglaubliches Aufgebot an Gendarmerie und Police National präsent ist. An jeder Ecke stehen Polizeiautos und finden Kontrollen statt. Da sich kurz vor Thonon-les-Bains eine Umfahrung befindet, finden wir uns natürlich in so einer Strassensperrung wieder und der freundliche Polizist sagt «No». Also machen wir kehrt und finden einen anderen Weg nach Thonon. Beim Hinein- und Herausfahren kommen uns bereits die ersten Motorradfahrer entgegen, hatten wohl dieselbe Absicht.

Heute durchqueren wir die erste Gorges (Schlucht) und haben dort unsere erste Begegnung mit einer Motorradstaffel der Polizei und ich kann euch sagen, so habe ich noch niemand motorradfahren sehen! 4 Motorräder im Abstand von maximal 3m zueinander und wie an einer Schnur aufgezogen heizten sie an uns vorbei die engen Kurven der Schlucht entlang. Nach ein paar Minuten haben wir auf ein paar Fahrzeuge aufgeschlossen, aber die Polizisten waren bereits daran vorbei. Wo da Platz zum Überholen war, konnten wir uns beim besten Willen nicht erklären. Wenig später kam uns dann eine Vierergruppe entgegen, ebenso perfekt hintereinander aufgereiht und sauber in ihrer Spur um die Kurve, eindrücklich.

Der erste Col den wir heute überqueren, ist der Col de la Ramaz (1’611m), welcher einen atemberaubenden Ausblick auf den Mont Blanc (Höchster Berg der Alpen mit 4’805m) bot. Anschliessend überquerten wir den Col des Aravis (1’498m), den Col des Saises (1’658m). Kurz danach kommen wir in ein kleines Dorf und ignorieren einfach mal das Umleitungsschild, eine deutsche Motorradgruppe macht es uns sauber nach. Nach wenigen Metern steht da dummerweise der Dorfgendarm und fuchtelt wild und meint «no!». Also üben wir ein Bisschen, bis wir die korrekte Déviation gefunden haben und wir uns wieder auf Kurs befinden. Bei der Auffahrt auf den Cormet de Roselend (1’968m) fahren wir noch an der Statue der «Dame du Lac» vorbei und kommen dann nach einem Kafihalt in Val-d’Isere (1’850m) an.

Tagesetappe: 288km
Total: 697km

Allons-y

Tag 1, Sonntag, 14.06.2026: Bei idealem Töffwetter starten wir gegen neun Uhr. Unser Weg führt uns über den Hemberg nach Wattwil und dann über den Ricken in Richtung Glarnerland.

Ganz hinten im Zigerschlitz überqueren wir den ersten Pass, den Klausen mit 1’952m.

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Anschliessend geht es bei teils 30 Grad in den Ebenen über den Furkpass (2’436m) und am berühmten Hotel Belvedere vorbei. Mit dem Grimsel (2’165m) überqueren wir den dritten Pass auf unserer ersten Etappe. Wieder im Tal angekommen ist es Zeit für eine Mittagspause. Im ersten Restaurant, welches wir an unserem Weg antreffen, machen wir Halt und haben Glück. Genau an diesem Tag hat die ehemalige spanische Besitzerin eine Paella zubereitet und wir entschliessen uns dafür, war sehr lecker.

Der Weg führt uns weiter in Richtung Gstaad. Danach merkt man sofort, dass wir den «Röschtigraben» überschritten haben, die Ortschaften sind ab jetzt fast ausschliesslich französisch benannt. Sonntag und gutes Wetter bedeutet, dass wir sicherlich ca. 1’000 Töfffahrer gegrüsst und zwischendurch grüsst man «versehentlich» auch mal eine Vespa. Durchs Berneroberland führt uns der Weg in Richtung Les Diablerets und kurz davor überqueren wir unseren ersten Col, nämliche den Col du Pillon (1’546m). Von da an geht es runter ins Tal und das Wallis erwartet uns ebenfalls mit Temperaturen von gut 30 Grad! So langsam neigt sich der erste Tag dem Ende zu. Wir fahren noch ein letztes Mal tolle Serpentinen hoch und überqueren auf dem Passe de Morgins (1’396m) die Grenze zu Frankreich. Kurz dahinter haben wir uns ein schönes Hotel ausgesucht mit einer anspruchsvoll zu bedienenden Dusche.

Tagesetappe: 409km