Tag 11, Mittwoch, 24.06.2026: Nach unseren allmorgendlichen Erledigungen starten wir bei angenehmen, fast frösteligen 21° unsere Tour.
Weiterlesen: Gorges du TarnEs geht gleich los mit den Gorges du Tarn, einer weiteren, imposanten Schlucht. Dieser folgen wir aber nur einige Kilometer, um dann in uns bekannten Spitzkehren eine steile Felswand zu überwinden. Zwischendurch machen wir Halt bei einem Aussichtspunkt und da ist die Felswand, welche von dort noch weiter hochragt, so dermassen imposant, das einem fast schwindlig wird! Auch der Blick zurück durchs Tal ist ebenso gewaltig. Wir fahren weiter und erreichen eine Hochebene mit einer Strasse, welche über mehr als 5km schnurgerade aus verläuft, nicht die kleinste Kurve!
Beim Schreiben des Blogs, stellen wir fest, dass wir nur ca. ¼ des Gorge gefahren sind und da dieser in einem Bogen verläuft, uns das Navi infolge «kürzere Stecke» über eben diese Hochebene geführt hat. Wir sind ein wenig enttäuscht. Über den Col de la Pierre Plantée (1’264m) hinweg schlängelt sich die Route durchs Gelände und führt uns am «Viaduct de Chapeauroux» vorbei. Dieses kann man von der Strasse aus, welche sich einen Hang hochwindet, sehr gut besichtigen. Das Viadukt wurde in den 1860er Jahren erbaut, um die Gegend besser zu erschliessen und Paris mit Marseille zu verbinden.
Unser Weg führt uns so langsam in Richtung Lyon. Und anstatt die Stadt in gebührendem Abstand zu umfahren, zieht es uns magisch an. Als wir unseren Irrtum bemerkten, endete die vermeintliche Stadtautobahn mitten in der Stadt und wir wühlen uns der Rhone entlang, 3-4 spurig und sehr heiss! Sehenswert allemal, aber diverse Versuche Lyon zu entkommen, schlagen fehl! Doch plötzlich entdecken wir den rettenden Wegweiser «GENÉVE» und wir halten, komme was wolle, darauf zu!
Nach einer gefühlten Ewigkeit entkommen wir dem Griff Lyon’s und finden nordnordöstlich in «Villars-les-Dombes» eine tolle Unterkunft auf einem Bauernhof. Die Besitzer sind äusserst zuvorkommend und kredenzen uns eine eisgekühlte Flasche Wasser und dann gleich noch eine Zweite! Wir beziehen das Zimmer, sehr nett eingerichtet. Gutshofmässig elegant (Antiquitäten) und überall stehen, liegen, hängen irgendwelche Entenfiguren oder Bilder von Enten. Auf die Frage, wie viele Enten sie habe, meinte die Besitzerin: «etwas über 4’000». Über dieser Anzahl waren wir dann doch ziemlich sprachlos.
Zum Znacht wird uns der lokale Italiener (Pizzéria La Toscane) empfohlen und wir bekommen den besten, bisher verköstigten Pulpo! Generell, nicht nur in Frankreich!
Erholt und gestärkt fahren wir retour zur Unterkunft und springen in den Pool. Die Wetterstimmung wirkt beinahe bedrohlich und schon nach ein paar Minuten beginnt es zu regnen und wir flüchten auf unser Zimmer.
Tagesetappe: 440km
Total: 3’310km