Der Kreis schliesst sich – Mission accomplished

Wir beschäftigen uns etwas mit Carmel-by-the-Sea und finden einige kuriose Gegebenheiten dieser Ortschaft heraus. Und dann geht unser Trip mit einer schönen Fahrt der Küste entlang nach San Francisco zu Ende…

Wir joggen durch die Stadt, die eigentlich in einem Wald steht, es gibt keine freistehenden Häuser. Wir betrachten die Stadt nun bei Tageslicht, da es gestern Abend nach Sonnenuntergang dazu zu finster war. Die Dokumentation im Hotel zur Stadt erklärt uns einiges: Es gibt in Carmel keine Strassenbeleuchtung, keine Ampeln, keine Lichtreklamen, keine Parkuhren, keine Hausnummern und auch keine Briefkästen. Die Häuser müssen um die bestehenden Bäume herum gebaut werden. Das ist der Grund, weshalb die Ortschaft eigentlich in einem Dschungel liegt, und nachts so dunkel ist, dass man sich sofort verirrt. So auch wir: Kaum war ich im Dunkeln abgebogen, wusste ich nicht mehr, wo ich war, und meine beiden Nachfahrer wussten auch nicht mehr, wo ich war.

Irgendwie färbt das ganze auch auf die Bewohner ab: In unserem Hotel ist alles so etwas baufällig, das Internet geht nicht, es gibt keine Stühle im Zimmer und auch keinen Tisch, sodass wir auf dem Bügelbrett unsere Schreibarbeiten erledigen, und auch die Haare mit dem Ventilator trocknen müssen. In der Information für die Gäste werden alle diese Unzulänglichkeiten als Charme angepriesen. Immerhin: Da jedes Zimmer ein eigenes kleines Häuschen („Cabin“) ist, wird das Frühstück in einem Körbchen geliefert, den Kaffee müssen wir aber selbst brauen, und den Creamer (ein undefiniertes weisses Pulver, gelegentlich auch als Coffee Whitener bezeichnet) muss ich zu Fuss bei der Reception, die eine ganze Strasse weit entfernt ist, selber holen. Das ist der Charme von Carmel!

Wir nehmen in Carmel selbst (wo wir uns ein letztes Mal verfahren) wieder den Highway 1 nach Norden. Durch Monterey hindurch und bis nach Santa Cruz ist der Verkehr recht hektisch, wir fahren durch landwirtschaftliche Anbaugebiete, die Erntearbeiter knien in den Feldern und die Luft ist voller Erdbeerduft, danach zweigt die Hauptverkehrsader ab, und wir sind wieder fast allein, entlang der Flach- und dann wieder Steilküste über Davenport, Pescadero und Half Moon Bay nach San Francisco, wo wir den Weg in die Stadt mit schlafwandlerischer Sicherheit finden und die Motorräder um 15.00 Uhr, mit einigem Verzug, bei Eaglerider wieder zurückgeben. Die beiden Brettliraspler nehmen wehmütig Abschied von den Überresten der Trittbretter; leider findet ihr Wunsch, die abgefahrenen Harley-Trittbretter, die sie so in ihr Herz geschlossen haben, zu behalten, kein Gehör – schade.

Danach beziehen wir im Hotel Zimmer, zu einem feinen, aber ungesunden Zvieri, und gehen vom Embarcadero zum Fisherman’s Wharf und zum Znacht, mit Surf and Turf (es gibt einen Geburtstag zu feiern). Da sie bei Fishermen’s Grotto biermässig für unsere Verhältnisse schmal bestückt sind (das Essen und der Service sind ausgezeichnet), gehen wir zum Absacker in die Rogue’s Brewery, wo wir die Hundertermarke knacken.

Finito!

Carmel-by-the-Sea, CA (A) – Half Moon Bay, CA (B) – Pacifica, CA (C) – San Francisco, CA (D)
Trip: 129mi / 208km (Total: 7’867mi/12’661km)
Zeit: 5:00h

 

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