Tag 14, Samstag, 06.09.2025: Heute ist töfffreier Sightseeing Tag in der schottischen Hauptstadt. In Edinburgh gibt es dermassen viel anzuschauen, dass wir uns eigentlich für etwas entscheiden müssen. Die Wahl fällt auf «The Royal Yacht Britannia», welche 1997 ausser Dienst gestellt wurde und nun im Hafen als Museum vor Anker liegt.
Um zum Hafen im Stadtteil Leight zu gelangen, bedarf es einen Fussmarsch von 5km. Wir entscheiden uns dagegen und organisieren uns Tickets für den Sightseeing-Hopon-Hopoff Bus, mit welchem wir auf dem Weg auch noch die Stadt besichtigen können. Und ich sag euch, Edinburgh ist eine extrem interessante Stadt, voll spannender Geschichte und Geschichten! So zum Beispiel die drei Stevenson Schwestern Louisa, Flora und Elisa, welche nach dem Tod ihres Vaters finanziell unabhängig waren und 1867 die «Edinburgh Ladies‘ Educational Association» gründeten. Dies mit dem Ziel, dass Frauen eine akademische Ausbildung erhalten konnten. Sie Frauen konnten auch die Prüfungen ablegen, ein akademischen Titel wurde ihnen aber dann doch verwehrt. Oder die beiden Mörder William Burke und William Hare, welche 1827/28 für 16 Morde verantwortlich waren. Sie versorgten die Universität mit Leichen für die Studierenden und da im Hinterzimmer morden einfacher war als mühsam auf dem Friedhof des nachts Leichen ausbuddeln, lockten sie Unschuldige in ihre Pension und brachten sie um. Dies nur zwei Beispiele, Geh einfach selber mal nach Edinburgh, es wird sich lohnen.
Wir fahren also mit der roten Linie bis nach Waterloos Station und steigen dann auf die blaue um welcher bis zum Hafen fährt. Dort organisieren wir uns die Tickets für die Britannia und beginnen den Rundgang. Wir erhalten so eine Art Telefonhörer, auf dem wir bei jeder Station eine Nummer eingeben können und dann die Info zur Station abhören können. Überall gibt es etwas zu enddecken oder irgendwelche Anekdoten. So zum Beispiel ist der Name der Yacht nicht auf den Rumpf geschrieben und der goldfarbene Steifen, welcher die 126m lange und 17m breite umgibt, ist wirklich auf Gold! Immer wenn man denkt, so langsam am ende anzukommen, kommt nochmals eine Messe (Aufenthaltsraum oder Esszimmer für die Mannschaft) zum Vorschein, und je nach Dienstgrad ist diese mitunter auch recht unterschiedlich ausgestattet. Schlafzimmer für die Königin oder ihr Arbeitszimmer, ebenso Prinz Phillipp, den «Duke of Edinburgh». Dann der Speisesaal, welcher unendlich gross erschien und schon so manches Dinner mit bekanntesten Staatsoberhäupter gesehen hat. Einem der Salons, welcher inklusive Vorraum auf 18m kam und der Feinheit, dass die Fenster der königlichen Bereiche etwas höher angeordnet sind, damit man beim Vorbeigehen nicht hineinsehen konnte. Alles in allem unheimlich spannend und für uns definitiv die richtige Wahl.
Zum Abschluss der Besichtigung gehen wir gleich nebenan in die «The Port of Leight Destillery». Diese wurde als Turm gebaut wurde und hat oben eine Bar, in welcher wir uns eine Erfrischung und einen Snack gönnen und den Ausblick auf die Britannia geniessen.
Wir «hoppenon» auf die blaue Linie und fahren die Runde zu ende. Wieder an der Waterloo Station angekommen, steigen wir wieder auf die rote Line um und lassen uns auf der verbleibenden Runde den Rest der Stadt zeigen. Und so ist der Tag auch schon rum!
Auf dieser Rundfahrt haben wir so viel gesehen, was man noch vertiefen könnte – Edinburgh ist allemal ein Städtetrip wert, allerdings muss man schon genau schauen, wann man das machen möchte, so findet eigentlich immer irgendein Event statt und es sind dann noch mehr Leute in der Stadt als sonst auch schon.
Wir wurden auch schon vorgewarnt – «Passt auf, es ist ein wahnsinniges Gewusel in Edinburgh!»