Tag 13, Freitag, 05.09.2025: Wir geniessen ein leckeres Frühstück im B&B mit selbstgebackenem Brot, Cenovis und einer sehr netten Unterhaltung mit Britta der Gastgeberin, ihr Mann ist bereits zur Arbeit aufgebrochen – er arbeitet treffenderweise in einer Destillery, genauer gesagt in der Kingsbarn Destillery in St. Andrews.
Wir bekommen einige schottische Insides, wie zum Beispiel, dass man beim Metzger glutenfreie – ja richtig gehört! glutenfreie Würste kaufen sollte. In Schottland und vermutlich im ganzen Vereinigten Königreich ist es üblich, das Wurstbrät mit Brot respektive Getreide zu strecken, was ihnen dieses einmalige Gefühl auf der Zunge verleiht und wenn man glutenfreie Würste bestellt, bestehen sie zu 100% aus Fleisch! Zum Thema Motorraddiebstahl in Grossstädten, bekommen wir ebenfalls eine nützliche Information. Da werden wohl hauptsächlich Motorräder mit ausländischen Nummernschildern geklaut und zwar nicht wie angenommen zur Bereicherung und zum Weiterverkauf, sondern ganz zum reinen Vandalismus. So klauen die Vandalen selbst abgeschlossene (Bremsscheibenschlösser) und mit Kettengesicherte Motorräder aus Hinterhöfen, um sie in ein Tal zu werfen oder einfach abzufackeln. Da beruhigt es uns, dass wir uns ein eher teureres Hotel ausgesucht haben, welches über eine eigene Parkgarage verfügt. Beim Schreiben dieses Beitrages gehe ich einfach mal davon aus, dass sie noch sicher und wohlbehalten da stehen, wo wir sie abgestellt haben!
Wir packen unsere Motorräder und verabschieden uns von Britta und machen uns zuerst auf den Weg zur nächsten Tankstelle, da wir gestern mal wieder zünftig in die Reserve gefahren sind. Dann endlich geht die Reise weiter und unser erstes Ziel des Tages soll «The Wallace Monument» sein. Dieses steht auf einem Hügel etwas nördlich der Ortschaft Stirling. Vom Visitor Center geht es dann zu Fuss den Hügel hinauf. Während des kurzen Marsches hat es andauern irgendwelche Informationen oder Skulpturen am Wegesrand, so zum Beispiel eine Bank aus Menschen, bei denen allen die Köpfe fehlen, vermutlich waren die Köpfe in der schottischen Vergangenheit nicht so sicher auf den Schultern.
Oben angekommen, erblicken wir den imposanten Turm, 67m hoch und im Jahre1869 im Gedenken an den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace errichtet. Wir bezahlen den üblichen Obulus und machen uns die schmale Wendeltreppe hoch auf den Weg nach oben. Diese Treppe ist so schmal, dass man sich mit den entgegenkommenden Besuchen gerade noch kreuzen kann. Zum Glück hatte es unterwegs immer mal wieder einen Raum mit Informationen zu William Wallace selbst und zur Schlacht von Stirling, einer «Hall of Heroes und einer Information zum Monument selbst. So bekommen wir nach 75, nach 138 und nach 201 Treppenstufen wissenswerte Informationen und nach weiteren 45 Stufen ganz oben, werden wir mit einem sensationellen Ausblick belohnt.
Wir fahren weiter zum Falkirk Wheel einer imposanten Schiffshebeanlage, welche Schiffe über einen Höhenunterschied von 24m mittels zweier Tröge befördert. Da Touristenfahrten angeboten werden, haben wir das Glück nicht lange auf eine Schiffsbeförderung warten zu müssen. Das Schiff fährt unten in den Trog, dieser wird abgedichtet und das Rad dreht sich. Oben angekommen wir der Trog geöffnet und das Schiff fährt raus, die ganze Drehung dauert etwa 4 Minuten und ist unendlich spektakulär. Wir nutzen den Halt, um einen Kafi zu trinken und einen Scone zu teilen.
Wir fahren weiter, aber schon nach kurzer Zeit erblicken wir die Skulpturen, welche wir uns als nächstes ansehen möchten «The Kelpies», einem Park in dem zwei je rund 30m hohe Pferdekopf Skulpturen stehen. Jede dieser Skupturen wiegt ca 300 Tonnen und bestehen aus je 7’000 unterschiedlich geformten Edelstahlplatten. Schon von weitem erkennt man ihre schiere Grösse. Menschen, welche daneben stehen erscheinen winzig klein und wenn man dann selbst daneben steht, wirken die beiden Köpfe gigantisch. Wir machen uns auf den letzten Abschnitt unserer Tagestour, welche uns in die schottische Hauptstadt Edinburgh führt. Wir parken unsere Motorräder im Parkhaus des Hotels und hoffen, beim Schreiben dieses Beitrages, dass sie noch immer wohlbehalten da stehen, wo wir sie verlassen haben.