Death Valley und Mars Attacks!

Tag 29 (Montag, 24. September) Heute geht’s wieder weiter. Wir verlassen Ridgecrest und fahren zuerst an die Tankstelle, wo wir’s uns aber anders überlegen, weil es doch noch für eine Weile reicht. Dafür erhalten wir von einem Mittanker Tips, welchen Weg wir nehmen sollen. Wir entscheiden uns für den geraden Weg, weil er am Ende über einen einladenden Pass führt. Da nehmen wir in Kauf, dass es zuerst schnurgerade auf der 395er nach Norden geht, etwa 50 Meilen, bis nach Olancha, wo wir tanken, Wasser einkaufen, und dann nach Osten auf die Route 190 in Richtung Death Valley abbiegen.

Die Strasse geht hier, zunächst ebenfalls schnurgerade, durch die Steppe, den Owens Lake (von dem im Moment nur einige Kümmertümpel übrig sind) entlang, teils ist es schon recht wüstenhaft. Danach geht es über einen Pass, der die Argus Range überquert, ins Paramint Valley hinunter, das schon sehr deathvalleyartig wirkt. Hier mündet die Strasse 178, die wir alternativ hätten nehmen können, und die über Trona von Ridgecrest durch die Berge führt, in die 190er ein. Vom Paramint Valley, das von der Strasse quer durchschnitten wird, führt dann ein weiterer, der Towne Pass, ins Death Valley hinunter. Man sieht schon von oben, dass es tief hinunter geht, und wie sich die Hitze dort unten sammelt.

Bei Stovepipe Wells, welches genau auf Meereshöhe liegt, etwa 35 Meilen nach Panamint Springs, ist die Zahlstelle für den Eintritt ins Tal des Todes (uhuhuhu!), und wir machen den Mittagshalt hier. Bei Furnace Creek etwa 20 Meilen weiter tanken wir (sicherheitshalber) nochmals auf, trinken eine Flasche Wasser, und fahren dann bis zum tiefsten Punkt des Death Valley und der ganzen USA, der Badwater heisst, und bei -282 Fuss (85.5 Meter) Meereshöhe liegt. Hoch am Abhang der Berge ist ein grosses Schild angebracht, das die Meereshöhe angibt.

Und nun die Information, auf die natürlich alle gespannt sind: Wie heiss ist es nun dort heute? Wir sagen es Euch hier: Es sind heute nur lumpige 42 Grädlein, der Rekord ist aber 57°C! Die Luft ist zwar trocken, und der Fahrtwind bringt etwas Kühlung, aber wir schwitzen wie die Weltmeister, und die Luft brennt richtiggehend auf der Haut. Erstaunlicherweise gibt es in Badwater einen Tümpel, der nicht austrocknet, und es gibt überall auch einige grüne Gebüsche, und auch Tiere. Bei unserem Zmittag leistet uns ein Vogel Gesellschaft, und später schliesst ein Coyote Freundschaft mit Markus. So richtig erlebt nur ein Töfffahrer das Death Valley in vollem Ausmass. Aus dem klimatisierten Auto kann man sich diese Affenhitze wirklich nicht vorstellen (der Hammer kommt dann erst, wenn man die Autotüre öffnet). Und dann das Umglaubliche: Uns kommen auch zwei Velofahrer entgegen. Aber die haben offensichtlich einen Flick an der Birne.

Verweilen kann man hier nicht wirklich, und so fahren wir zügig weiter und nördlich von Shoshone aus dem Park heraus. Wir kehren im Crowbar Cafe ein, das, wie sich später herausstellt, das einzige Restaurant weit und breit ist, und eine gluschtige Speisekarte und nettes Servicepersonal hat. Die Gegend hat offensichtlich auch die Filmschaffenden inspiriert, denn wir kennen die Shoshonen aus dem Film Der Schuh des Manitu, und in Pahrump, das wir streifen, spielt der Streifen Mars Attacks! Wir haben unser Motel in Tecopa, dem Nachbarort von Shoshone (wo wir kein Zimmer mehr fanden), das ein noch kleineres Kaff ist als Shoshone, das immerhin 100 Einwohner zählt!

Zum Znacht fahren wir aus allen oben erwähnten Gründen nach Shoshone.

So, und jetzt sitzen wir vor unserer Unterkunft im dunkeln der Nacht, unter den Sternen von Pahrump, und schreiben den Blog zu den Klängen des Indian Love Call.

Ridgecrest, CA (A) – Badwater, CA (B) – Jubilee Pass, CA (C)  – Tecopa, CA (D)
Trip: 270mi / 434km (Total: 6’585mi/10’595km)
Zeit: 5:30h

3 Kommentare zu „Death Valley und Mars Attacks!“

  • Beatrice Nagel:

    Good morning everybody, na ja!

    Ihr seid sicher schon lange unterwegs, und die 2-3 Pannen sind doch peanuts, finden wir Nagels, Hauptsache und wichtig ist doch, dass keinem von Euch tapferen Mannen etwas passiert ist, gäll.
    Dein neuer Töff, Markus, ist bestimmt n o c h besser als der vorherige. Death Valley is cool, well, not really!
    All the best to all of you, don’t worry, be happy and careful.
    Bena

  • Andreas:

    Liebe Coppersmiths on Wheels (we all got wheels…, aber nicht Harley wheels!),

    bin froh, dass ihr heil aus dem Tal des Todes heraus seid… Von wegen Velofahrern im Death Valley: Als wir im Juli 2000 da waren, war gerade der „Badwater Run“ im Gange: ein paar Irre, die von Badwater, der tiefsten Stelle, auf den Mount Whitney, den höchsten Punkt der USA (ausser Alaska) liefen, die einen von Kopf bis Fuss weiss gekleidet, die anderen in Turnhosen, mit Autobegleitung und ständiger Getränkezufuhr. Die Temperatur lag bei 51 Grad Celsius. Das gibt’s wirklich… (http://www.badwater.com/reg.html).

    Bringt eure Fahr gut zu Ende und habt Dank, dass ihr uns Daheimgebliebenen an eurem Trip teilhaben lasst. Es ist ein Vergnügen!
    Herzlich, Andreas

  • Zeno:

    sErst mal gseht mer din Bart vo nöchem Papi! Gseht steil us 😛