Auf der faulen Haut in Ridgecrest

Tag 28 (Sonntag, 23. September) Umständehalber liegen wir heute auf der faulen Haut, so richtig sonntagsmässig, am Pool und in unserem Hotelzimmer, das wir noch für eine zweite Nacht gebucht haben. Wir wurden gestern abend präzis um acht, wie angekündigt, vom Abschlepper (Pro Tow) in Blackrock abgeholt. Wir standen im dunklen Tannenwald an der Kreuzung, nur angeschaut von den wilden Tieren und den gelegentlich vorbeifahrenden Truckfahrern (nur einer, ein fremder, hatte sich verfahren und fragte uns nach dem Weg; dem mussten wir wie ein Himmelsgeschenk vorgekommen sein), die in Tarnanzügen und mit Schusswaffen versehen durch den Tann fuhren. Es war still, nur ab und zu ein Knacken im Wald, oder ein Schuss, oder auch mal eine Salve….

Und dann nahte, wie eine himmlische Erscheinung, im Lichterkranz seiner Dachscheinwerfer, der Abschleppwagen. Der Fahrer nahm uns mit an die Stelle, wo die abgelegene (in beider Sinn des Wortes!) Maschine noch am Strassenrand stand. Er verlud das vestrupfte Gefährt professionell, mit unserer bescheidenen Hilfe, die mehr aus Konversation und Gesellschafte bestand, auf die Ladebrücke seines Riesengefährts, das er zuvor noch problemlos auf dem schmalen Waldsträsschen gewendet hatte.

Dann fuhr er mit Markus durch die Dunkelheit hinunter ins Tal, und auf der Route 395 nach Ridgecrest. Urban und Hugo auf den Höbeln fuhren auf ihren Töffs. Das war eine abenteuerliche Fahrt, so eine gute Stunde in völliger Dunkelheit ohne Markierungen, dafür mit umso mehr Schlaglöchern und Kiesnestern, durch den Wald einen Pass der Sierra Nevada zu navigieren. Kurz vor elf trafen wir uns wieder im Hotel, das Motorrad war schon abgeladen, und wir gingen noch zu einem Znacht, bei Denny’s, wo es um diese Zeit noch etwas gab (aber kein Bier).

Und heute sitzen wir nun im Hotelzimmer und warten, bis kurz vor drei Uhr nachmittags die neue Maschine geliefert (zur Farbe siehe Foto) und die defekte abgeholt wird. Wir haben am Morgen gleich nach acht mit Los Angeles telefoniert und den Tausch organisiert. Der Tag ist natürlich im Eimer, wenigstens fahrmässig. Wir baden etwas im Hotelpool, süsses Nichtstun, unterbrochen nur von etwas Wäsche waschen in der Laundry, und Töffs in der Waschanlage sauber machen.

Damit haben wir unseren zweiten Reservetag verbraucht.

5 Gedanken zu „Auf der faulen Haut in Ridgecrest

  1. Hallo ihr „Kupferschmidtbrüder“
    Ich verfolge jeden Tag eure Tagesberichte. Viele Orte kommen mir bekannt vor und ich geniesse jeden Punkt auf der Landkarte den ihr durchfahrt und alte Erinnerungen kommen bei mir auf.
    Ich denke mir, dass gewisse Strassenzüge, Sehenswürdigkeiten auch von meinen Erfahrungen aus dem 2009 stammen. Oder Urban ? (Highway 4 – ein Traum für Töfffahrer !!)
    Was mich aber verwundert sind die vielen Pannen die ihr bereits hinter euch habt. Hängt dass mit eurem Fahrstil zusammen ? Wenn ich denke, dass wir dazumal zu fünft – jeder von uns 8000 Km mit unseren Harley’s absolverit haben und lediglich ein Fronglas gesprungen ist und eine Kofferschnalle zu 11 Doller ersetzen musste, seid ihr ja „Wunderknaben“ diesbezüglich.
    Trotzdem weiter so ich freue mich auf jeden Tagesbericht. Geniesst die restliche Zeit. Gruss Nico

    • Servus Nico
      Na ja ich würde jetzt nicht gerade sagen das die Qualität der Maschinen nicht stimmt, ein Plattfuss kann immer mal passieren und der Elektrikdefekt ist einfach einen einem Saudoofen ort passiert. Aber ansonsten sind die Maschinen für die Strassen hier wie gemacht, möchte nicht mit meiner VFR (ich bin’s Markus) rumkurven. Wobei der Eine oder andere Passhätte mit meiner eigenen Maschinen sicherlich ein bisschen mehr Spass gemacht.

      Gruss Markus

    • Servus Flo
      Weiss auch nicht was genau defekt war, haben aber ein Filmli, auf dem man schön hört wie es tönt …. und die ganzen Anzeigen haben wie ein Weihnachtsbaum geleuchtet 🙂

      Gruss Markus

      • Tja, chas mol geh. Sind vilicht gad italienischi wuchä gsi bi dä montage vo dä harley:-)…
        (natürlich pure ironie, schliässlich no niä elektrischi problem ka mit minä italienärinnä…:-))
        Gruss

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