Peaches and Sequoias

Tag 26 (Freitag 21. September) Der Schluss zuerst: Auch heute kommen wir wieder in finsterster Nacht beim Hotel an, in erster Linie, weil wir heute unfreiwillig ausgeschlafen haben, und zudem (freiwillig) kleine, kurvenreiche Strecken gewählt haben. Aber, auch heute, erst einmal der Reihe nach:

Wir gehen zum herzhaften Frühstück auswärts, da das Motel keinen Zmorgen serviert. Es hat dafür andere Vorzüge. Zu vorgerückter Stunde, nach dem volltanken, brausen wir also los, zuerst über die Route 49 nach Ahwahnee und Oakhurst, dann am Bass Lake vorbei nach North Fork, zweigen bei Hank’s Automotive in die Strasse nach Auberry ab, dann nach rechts in die Route 168 nach Osten, aber nicht weit, und dann Richtung Tollhouse und Trimmer an den Pine Flat Lake Stausee.

Die Strasse wird immer schmaler und schlechter, und kurviger, am Schluss hat sie gar keine Nummer, und auch keine Markierungen mehr, sodass wir auch auf die praktischen Tempoempfehlungen vor den Kurven verzichten müssen. Am Pine Flat Stausee erfasst uns das depressive Gefühl, das diese Gegend ausstrahlt: Alles ist wie ausgestorben, und der See ist fast leer. Es fehlen bis zur Hochwassermarke sicher an die 50 Meter, das Ufer ist weit am Hang oben, und dort ist auch das Strandcafé, das jetzt aber geschlossen ist. Im See versucht ein Wasserskifahrer, etwas Optimismus zu verbreiten. Mit knapper Not finden wir eine einsame Tankstelle mit Laden mit dem vielsagenden Namen I forgot Store, wo wir Chips und Dip zum Zmittag nehmen, auf einem Gartentisch mit dicker Strassenstaubschicht. Alles wirkt irgendwie furchtbar hoffnungslos, so dass wir fluchtartig weiter fahren müssen.

Unterhalb des Staudammes ist die Gegend wie ausgewechselt: Wir fahren viele Kilometer an Obstplantagen vorbei: Pfirsiche, Trauben, Zitrus. Vor Centerville (wo man schon die Nähe von Fresno spürt) tanken wir wieder, und fahren dann die Route 180 nach Squaw Valley und in den Sequoia National Park hinein. Hier geht die Strasse von rund 1000 Fuss Meereshöhe wieder auf über 6000 hinauf, wo es herrliche Aussichten gibt, und wo die Sequoia-Bäume stehen. Es ist einfach uuuuuunglaublich, wie riesig die sind! Selbst die kleinen Bäume sind noch extrem hoch. Die Krönung ist der General Sherman Tree, der grösste von allen. Er ist uralt, rund 2200 Jahre, aber es heisst, er sei 1000 Jahre jünger als der älteste bekannte seiner Art! Sein Volumen umfasst rund 1500 Kubikmeter Holz!

Der Weg hinunter führt noch durch den Giant Forest, wo ganz viele solcher Riesen stehen, und dann in engen Serpentinen hinunter nach Three Rivers. Und hier erwischt uns die Nacht. Auf einem schmalen Ausweichplatz nehmen wir im Licht der Scheinwerfer die Kontaktlinsen heraus und versorgen die Sonnenbrillen. Dann sind es noch ca. 30 Meilen bis Exeter, wo wir das Nachtlager aufschlagen.

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen von Little Sardegna, da uns sowohl Gegend als auch Kurvenführung und die sauwarmen Temperaturen extrem an unsere Töffferien in Sardinien erinnert.

Zum Znacht gehen wir, obwohl es ziemlich weit ist (ca. 1.5 km), zu Fuss zum Znacht (Thai), damit wir bedenkenlos dem Biergenuss frönen können. Ja dann, gute Nacht!

Mariposa, CA (A) – Bass Lake, CA (B) – Pine Flat Lake, CA (C) – General Sherman, CA (D) – Exeter, CA (E)
Trip: 242mi /  389km (Total: 6’108mi/9’828km)
Zeit: 5:30h

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