Die Grüne Hölle von Oregon

Tag 18 (Donnerstag 13. September) Heute fassen wir einmal mehr den Beschluss, am Morgen keine Zeit zu verlieren und nach dem Frühstück sofort loszufahren. Nur vorher noch rasch zwei Leuchttürme besucht (den ältesten, und den grössten). Wie’s so ist, da gibt’s dann viel zu sehen, und der zweite Leuchtturm ist in einen Nationalpark verpackt, wo wir am Kabäuschen mit den schönen Rangerinnen vorbei müssen, und am Schluss ist es dann doch viertel vor zwölf, bis wir loskommen (und getankt haben). Ärgerlicherweise macht der Leuchtturm selbst erst um 12.00 Uhr auf, sodass wir ihn dann doch nicht von innen besichtigen können. Wenigsten sehen wir die Statisten, die sich mit zeitgenössischen Gwändli (siehe sehen ein bisschen wie aus dem Kasperlitheater aus) für die Touristen in Stellung bringen.

Wir fahren auf der Strasse Nr. 20 nach Osten, von Newport über Corvallis und Lebanon nach Sweet Home, wo wir um ca. 14.00 Uhr einen Stundenhalt einlegen. Wir finden da ein schnuckeliges Café, das Apple Creek Café (das zwar immer noch die Leuchtreklame von Lorene’s Café trägt). Die Chefin Victoria Woody aus Roswell, New Mexico, macht gerade Feierabend. Als sie uns kommen sieht, entscheidet sie sich doch anders und macht doch noch ein wenig länger auf und bewirtet uns exklusiv noch ein Weilchen.

Gestärkt haben wir nach Sweet Home praktisch freie Fahrt und kurven über Cascadia und Upper Soda über den Doodle Hill Summit bis an die Jct 126, wo wir Kriegsrat halten und uns dann entscheiden, den Santian Highway zu nehmen, und nicht über Sisters, Santian- und McKenziepass einen Umweg zu machen. Bei McKenzie Bridge machen wir dann einen kleinen Verfahrer von 50 Meilen, was uns den frühen Feierabend wieder einmal vermasselt: Es wird wieder einmal halb acht, bis wir am Ziel ankommen! Aber alles der Reihe nach!

Zuerst achten wir nicht auf die Abzweigungen, weil wir ständig auf die Reservelampe des Benzins starren und dringend eine Tankstelle haben müssen. Nachdem wir nach McKenzie Bridge knapp die Zapfstelle erreichen, finden wir dann den Anfang der Strasse Nr. 19 nicht und müssen fragen. Diese enge Strasse führt uns dann in abenteuerlichen Kurven gäch hinauf zum Cougar Dam mit dem gleichnamigen Stausee. Dort erwartet uns eine sensationelle Aussicht, mit Abendlicht. Die dann folgende Passstrasse ist sehr eng und kurvenreich, und mit sehr wenig Verkehr: Auf der ganzen Länge der Strasse (54 Meilen) kommen uns gerade Mal 3 Autos und zwei Velofahrer entgegen! Ein Traum für Biker (wenn man ihn findet…). Es gibt praktisch keine Beschilderung. Die ganze Strecke führt durch den Wald, davon manchmal kilometerlang unter einem Blätterdach, unter dem es schon fast dunkel ist.

Endlich, und mit etwas abgesessenen Hinterteilen erreichen wir Oakridge OR, ein kleines Nest, mit einem Restaurant/Brauerei, das uns gerade recht kommt. Aber nicht so, wie Ihr denkt: Wir fragen dort nach dem Weg zum Bluewolf Motel, das wir, heute nun schon zum x-ten Male, nicht finden. Wir beziehen Logis, und beehren dann die besagte Brauerei doch noch.

Newport, OR (A) – Sweet Home, OR (B) – Cougar Dam & Reservoir, OR (C) – und jetzt wird’s speziell! Da Google-Map die Strasse NF-19 nicht kennt müssen wir es leider über Springfield anzeigen. In Tat und Wahrheit fuhren wir aber die NF-19 bis runter nach Oakridge, OR (D)
Trip: 281mi / 452km (Total: 4’227mi/6’801km)
Zeit: 5:30h

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