Vom Regenwald an die Pazifikküste

Tag 17 (Mittwoch 12. September) Unsere Joggingrunde führt uns eine Meile die Hauptstrasse von Forks hinunter (apropos, wenn die Servierfrau im Restaurant von hinten hervorruft „No forks!“, dann hat das hier eine ganz besondere Bedeutung) zu der ausgestellten Dampflokomotive, ein ganz besonderes Stück, Vierzylinder, stehend, mit Kardanantrieb aller Achsen, und seitlich asymmetrisch liegendem Kessel, die als Werklokomotive im Holzfällerbetrieb ihren Dienst tat. Aber item. Danach Duschen und Frühstücken bei einer unblaublich fixen Angestellten im Twilight-Café, und los auf die Piste.

Wir fahren zuerst einige Meilen in den Hoh Rain Forest und machen dort eine Rundwanderung im Wald, bestaunen die waaaaahnsinning hohen Nadelbäume (bis zu 100 Meter hoch), und die Moosbärte, die alles überwachsen. Der Wald sieht schon irgendwie verwünscht aus, fast unwirklich, noch viel Tom Bombadilliger als gestern. Nach all dem ist es dann schon fast halb zwei, und es liegt noch eine ziemliche Strecke vor uns.

Nach einigen Meilen sehen wir ganz kurz zum ersten Mal den offenen Pazifik, und Markus bleibt zurück um zu fotografieren. Danach haben wir eine Koordinationsstörung, indem Urban und Hugo zurück fahren, um zu sehen, wo Markus abgeblieben ist. Aber der ist inzwischen schon wieder unterwegs, und wir kreuzen uns in der Mitte der Strecke. Worauf dann alle beidrehen, nur um sich wenig später wieder entgegen zu fahren, usf., usw. Nach Kalaloch, geht es bei Queets, wo wir tanken und eine erste Pause machen (immer unter den Augen eines braundickfelligen Hundes, der uns ausdruckslos und ohne zu bellen beim Verzehr der Beef Jerkies zuschaut), grossräumig um ein Indianerreservat herum. Erst bei Hoquiam kommen wir wieder ans Meer. Von Dismal Nitch nach Astoria führt die Astoria-Megler-Brücke vier Meilen (!) über einen Meeresarm.

Kurze Zeit später, etwa bei Rockaway Beach, geht die Sonne spektakulär im Meer unter. Wir machen einen Notstop, um den Sunset zu erleben, und danach ziehen wir die Kontaktlinsen und Sonnenbrillen ab, dafür die warmen Pullis an, weil jetzt wird es dunkel und kalt. Es sind noch an die 100 Meilen zu fahren bis Newport. Die Harleys haben ein Licht wie ein Totenmügerli, zudem haben es die Amis geschafft, bei allen Töffs die Lampen nach Gefühl einzustellen. Hugo als Frontfahrer hat eine Lampe, die geradewegs vorne hinunter auf die Strasse zielt, Urbans zielt einigermassen richtig, jedoch die Zusatzscheinwerfer müssen ausgeschaltet werden, weil diese den Gegenverkehr blenden. Markus‘ zielt hingegen zu hoch.

In Newport (Oregon) kommen wir dann erst um 21:45 Uhr an im Hotel Comfort Inn. Das reicht gerade noch knapp, um an einer Hotelbar in der Nähe noch ein Bier und einige Appetizer zu kriegen, die uns als Nachtessen dienen.

Mittlerweile ist es bereits nach Mitternacht. Gute Nacht.

Forks, WA (A) – Hoh Forest Visitor Center, WA (B) – Astoria, OR (C) – Newport, OR (D)
Trip: 350mi / 563km (Total: 3’946mi/6’349km)
Zeit: 8:00h

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