Im Hinterland von Los Angeles

Am Big Bear Lake, der auf etwas über 2000 Meter liegt, ist es am Morgen recht kalt, wenig über dem Gefrierpunkt, aber die Sonne wärmt rasch. Wir versuchen, unseren Morgenlauf am Ufer zu machen, aber der Seepegel ist tief, und daher die Uferzone sumpfig. Zudem laufen wir von einem Hund zum anderen, und bisher biss uns keiner, aber wer weiss…

Heute ist Kurvenfahren angesagt, die Brettli erzittern schon. Die erste Etappe geht in abenteuerlichen Kurven von den zweitausend Metern, auf denen Big Bear Lake liegt, hinunter nach San Bernardino, einem östlichen Aussenbezirk von Los Angeles. Der Gegenverkehr ist enorm, offenbar zieht es ganz Los Angeles in die Berge. Einige Meilen weiter westlich nehmen wir die Strasse 18 nach Crestline hinauf. Die Strasse schraubt sich vierspurig steil den Berg hinauf, wieder auf die zweitausend. An der Bergflanke haben die Reichen die unglaublichsten Villen auf die Kreten und an die Hänge gebaut, mit einer wahnwitzigen Aussicht auf L.A.

Auf der anderen Seite geht es dann in ähnlicher Weise wieder hinunter, dem Silverwood Lake entlang via Cajon Jct zur Kreuzung mit der I-15, die Victorville mit Los Angeles verbindet. Wir überkreuzen aber die Autobahn, beobachten noch einen Kilometer langen Güterzug, der auf der steilen Bergrampe neben der Autobahn langsam ins Tal hinab kriecht, und gelangen nach der Abzweigung auf die Strasse Nr. 2 nach Wrightwood, ein ebenso properes und aufgeräumtes Städtchen in den Bergen, wohin es die Stadtmenschen der Ballung von Los Angeles am Weekend zieht, wenn sie nicht bereits schon hier oben wohnen.

Einige Meilen nach Wrightwood ist die Strasse 2 nach San Fernando (→Mendocino) wegen einer Baustelle vollständig gesperrt. So müssen wir umkehren und umdisponieren. Anstatt nach San Fernando und von dort in Richtung Santa Clarita fahren wir wiederum in tausend Kurven hinunter nach Pearblossom (welche schöner Name) und Palmdale, wo wir bei einer zackigen Wirtin im mexikanischen Restaurant Que Ricos einen Imbiss nehmen. Die haben neben dem Restaurant auch noch eine Konditorei, die uns punktuell schwach werden lässt. Es hat da noch viele andere Leute, denen es ähnlich ergeht…

Wir überqueren die Bergkette des Los Angeles National Forest ein letztes Mal via das liebliche Tal von Elizabeth Lake (gar nicht vorhanden) und Lake Hughes (ausgetrocknet), von dort durch einen langen Canyon hinunter, dann auf eine Bergkrete und dann hinunter zum Castaic Staussee und Santa Clarita. Von dort sind es dann noch 20 Meilen bis nach Fillmore, wo wir unser Nachtlager haben. Wir nehmen noch ein kurzes (und kaltes Bad) im Pool und einige versuchen den Jacuzzi-Pool. Aber nach dem Einschalten fängt dieser an, dermassen Schaum zu produzieren, dass er sogar über den Rand wabbert, weshalb wir das Unterfangen abbrechen. Znacht gibt’s dann in einer Sportsbar in der Stadt, nach Empfehlung des Concierge.

P.S.

Die Fotos folgen wegen der lausigen Internet-Verbindung morgen.

Big Bear Lake, CA (A) – Crestline, CA (B) – San Bernardino, CA (C) – Wrightwood, CA (D) – Valyermo, CA (E) – Pearblossom, CA (F) – Lake Hughes, CA (G) – Fillmore, CA (H)
Trip: 208mi / 335km (Total: 7’336mi/11’806km)
Zeit: 5:30h

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