Kupfer, und eine kurvenreiche Fahrt

Heute startet der Tag mit etwas Yuccologie und Hydrantologie, und dann erhalten wir einen besonderen Blick auf die Gewinnung von Kupfer, und machen eine Strecke, auf der die Brettliraspler voll auf ihre Kosten kommen…

Wir machen unseren Morgenlauf auf einen kleinen Hügel hinter dem Hotel und sehen dort, dass es verschiedene Formen von Hydranten gibt: es gibt klassiche, runde und solche mit Turban. Wir studieren auch die Palmlilien (Yucca), die am Wegesrand wachsen, und unterschiedlich hohe Blütenstände haben. Urban berührt den Stirzel einer Yucca, die geht dann vier Meter bis zur Telefonleitung hoch (→“Urban Myth“).

Die Dusche in der Econo Lodge vereint alle ungünstigen Eigenschaften: Sie hat weiches Wasser, einen schwachen Strahl, und wasserabstossende Frottiertücher, man kriegt die Seife nicht mehr runter, und wird praktisch nicht mehr trocken. Das Frühstück ist dafür voll in Ordnung.

Wir finden nur einen Töffmech in town, und der hat geschlossen. Wir beschliessen daher, die Überprüfung der Bremsen nach Phoenix zu verlegen, wo wir am Sonntagabend ankommen werden. So fahren wir denn los, zuerst durch liebliches Hügelland, dann geradeaus durch eine Ebene bis Lordsburg, und von dort weitere 35 Meilen ebenso geradeaus nach Duncan, ein herziges Städchen. Trotzdem machen wir aus Gründen des Timings erst in Clifton Mittagsrast in einem Restaurant (P.J.’s Restaurant), in dem das Menu zwar gut, die Bedienung aber etwas wurstig ist und konsequent die Gläser und Tassen am oberen Rand fasst (wir runden den Tip etwas ab).

Clifton ist eine Bergbaustadt, und das merken wir erst beim Verlassen der Stadt so richtig, wo wir in das Gebiet der Morenci Mine kommen, die uns überwältigt. In einem riesigen Gebiet wird Kupfererz abgebaut, und wir fahren etwa eine Stunde nur durch das Minengelände. Es ist die grösste Mine in Nordamerika sowie einer der größten der Welt. Wir halten mehrere Male an, um die Arbeiten zu beobachten, und sind von der schieren Grösse der Mine, aber auch der Geräte und Maschinen überwältigt. Von den Aussichtsplattformen sehen die Lastwagen wie kleine Käfer aus, aber allein ihre Räder sind fast vier Meter hoch.

In Clifton beginnt der Coronado Trail Scenic Byway des Highway 191, der nach Norden bis nach Springville führt. Hier führen 120 Meilen kurvenreiche Bergstrassen durch einsames und wunderbares Waldland. Wir fahren vier Stunden Kurve an Kurve, und die Brettli müssen Substanz lassen. Es ist ein Genuss. Es ist trotz Wochenende kein Verkehr, wir sind fast allein. Von Alpine weg geht die Strasse wieder eben bis nach Springerville, das gleich neben Eagar liegt, wo wir unser Nachtlager haben und um 18 Uhr eintreffen.

Silver City NM (A) – Lordsburg, NM (B) – Clifton, AZ (C) – Hannagan Meadow, AZ (D) – Eagar, AZ (E)
Trip: 244mi / 393km (Total: 5’982mi/9’626km)
Zeit: 5:30h

Kommentieren ist momentan nicht möglich.